Verhütung

Es gibt zahlreiche Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung. Die folgende Auflistung bietet einen kurzen Überblick über Wirkungsweise, Vor- und Nachteile und Sicherheit der jeweiligen Methode. 

Pille

Pille
Wirkung: Verhinderung des Eisprungs durch Hormone, Verhinderung des Eindringens der Samenzellen in die Gebärmutter und Einnistung der Einzelle in die Gebärmutterschleimhaut. Tägliche Einnahme; Beginn nur am 1.Tag des nächsten Zyklus möglich; verschreibungspflichtig; Kontrolle durch Arzt/Ärztin erforderlich

Vorteile: Hohe Sicherheit; kürzere und schwächere Blutung und damit weniger Schmerzen; bei Akne evtl. von Nutzen

Nachteile: Scheidenentzündungen; Blutungsstörungen; Brustspannen; Libidoverlust; Kopfschmerzen; (Sehstörungen); Gewichtszunahme; Thrombosegefahr

Sicherheit: Sehr sicher

Minipille

Minipille
Wirkung: Wirkung wie bei Pille; hemmt aber nicht generell den Eisprung, da nur gestagenhaltig. Wird ohne Pillenpause durchgängig täglich exakt zur gleichen Zeit eingenommen

Vorteile: Geringere Nebenwirkungen als Pille; kann auch in der Stillzeit verwendet werden

Nachteile: Exakte Einnahmezeiten verlangen Disziplin; evtl. Zyklusstörungen; Schmierblutungen

Sicherheit: Sicher

Vaginalring

Vaginalring
Wirkung: Wirkung ist mit der Pille zu vergleichen. Ring wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt und drei Wochen in der Scheide belassen. Nach drei Wochen entfernt die Frau den Ring und es tritt in der darauf folgenden einwöchigen Pause normalerweise die Regelblutung ein. Nach dieser Pause wird erneut ein Ring eingeführt.

Vorteile: Einfache Handhabung, keine tägliche Erinnerung nötig

Nachteile: Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Scheidenentzündungen; Ausfluss aus der Scheide

Sicherheit: Sehr sicher



Kupferspirale

Kupferspirale
Wirkung: Dauerreizung der Gebärmutter und damit Verhinderung der Einnistung eines befruchteten Eis, Einsetzen nur durch Frauenarzt; kann bis zu fünf Jahre liegen bleiben

Vorteile: Kaum Beschäftigung mit dem Thema Verhütung erforderlich

Nachteile: Regelschmerzen; verstärkte Blutung; Blutungsstörungen; Eileiterentzündungen vor allem bei jungen Frauen; mögliche Unfruchtbarkeit; Eileiterschwangerschaften; Fehlgeburten

Sicherheit: Sicher

Hormonspirale

Diaphragma
Wirkung: Verhindert Aufbau der Gebärmutterschleimhaut durch gestagenhaltige Hormone; verursacht zähflüssigen Zervixschleim; wird vom Frauenarzt eingesetzt, ist mind. 5 Jahre wirksam

Vorteile: Kaum Beschäftigung mit dem Thema Verhütung erforderlich, schwächere und weniger schmerzhafte Perioden

Nachteile: Anfänglich können depressive Verstimmungen, Gewichtsveränderungen, Brustspannen, Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten; unregelmäßige Blutungen

Sicherheit: Sicher

3-Monatsspritze

Dreimonatsspritze
Wirkung: Verhindert in erster Linie den Eisprung; muss alle drei Monate vom Arzt gespritzt werden

Vorteile: Sicherheit, ohne daran denken zu müssen

Nachteile: Schlechte Verträglichkeit bei vielen Frauen; bei Unverträglichkeit müssen die drei Monate durchgehalten werden

Sicherheit: Sicher



Hormonpflaster

Hormonpflaster
Wirkung: Wirksamkeit vergleichbar mit hormonellen Verhütungsmitteln. Es wird selbstständig auf bestimmte Stellen des Körpers aufgeklebt und am 8. und 15. Zyklustag gewechselt. In der vierten pflasterfreien Woche kommt es zu einer Blutung

Vorteile: Bequeme, leicht anzuwendende hormonelle Verhütungsmethode mit einer geringen Belastung vor allem für die Leber

Nachteile: Es können unregelmäßige Blutungen auftreten, Brustbeschwerden, Kopfschmerzen, Reaktionen an dem Haftort des Pflasters und Übelkeit

Sicherheit: Sehr sicher

Kondom

Kondom
Wirkung: Verhinderung einer Befruchtung durch Auffangen von Samenflüssigkeit; einfach durch beide Partner zu handhaben; keine Anwendung mit Vaseline oder fett- bzw. paraffinhaltigem Gleitmittel

Vorteile: Minimale Vorbereitung; keine Wartezeit; wird nur bei Bedarf angewendet; preiswert; leicht verfügbar; bei modernen Qualitätskondomen kaum gefühlsmäßige Beeinträchtigung; einziges Verhütungsmittel für den Mann; Schutz vor einer HIV-Infektion und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten

Nachteile: Evtl. Beeinträchtigung durch Unterbrechung des Sex; daran denken und es anwenden ist erforderlich

Sicherheit: Sicher

Spermizide

Spermizide
Wirkung: Cremes, Gels, Zäpfchen bilden zähen Schleim vor Muttermund. 10 Minuten Wartezeit. Studieren der Packungsbeilage besonders wichtig!

Vorteile: Einfache Anwendung; rezeptfrei; situative Anwendung, wenn nötig

Nachteile: Wärmegefühl und/oder Brennen in der Scheide und am Glied; kann sich verflüssigen und auslaufen; in Kombination mit Kondomen kann Gummi durch manche Präparate angegriffen werden

Sicherheit: Unsicher



Verhütungscomputer

Verhütungscomputer
Wirkung: Fruchtbare bzw. unfruchtbare Tage im Zyklus werden mit Computern errechnet, ausgewertet und angezeigt

Vorteile: Hilfsmittel, um durch gezielten Geschlechtsverkehr an fruchtbaren Tagen schwanger zu werden

Nachteile: Keine sichere und teure Verhütungsmethode

Sicherheit: Nicht sehr sicher

Verhütungsstäbchen

Verhütungsstäbchen
Wirkung: Verhindert den Eisprung; verfestigt die Gebärmutterschleimhaut für die Spermien; Hormonstäbchen wird vom geschulten Arzt in den Oberarm eingepflanzt; drei Jahre wirksam

Vorteile: Keine regelmäßige Einnahme bzw. Verwendung nötig; hohe Sicherheit; lang anhaltender Verhütungsschutz

Nachteile: Nebenwirkungen ähnlich der Pille; bei vorzeitiger Entfernung ein teures Präparat

Sicherheit: Sehr sicher

Diaphragma & Lea

Diaphragma
Wirkung: Verhinderung einer Befruchtung indem der Zugang zur Gebärmutter durch eine Gummikappe versperrt wird. Anwendung mit samenabtötendem Gel oder Creme; für Frauen unabhängig vom Partner einzusetzen (aber auch mit oder durch den Partner); muss individuell angepasst werden; Anleitung und Übung notwendig; bei erneutem Geschlechtsverkehr zusätzliches Gel oder Creme nachgeben. Beim Lea zusätzliche Schlaufe zum Entfernen und Abflussventil für Zervixsekrete und Menstruationsblut; erhöhte Sicherheit durch zusätzliche samenabtötende Cremes oder Gels

Vorteile: Kann 48 Stunden in der Scheide bleiben; damit wird höhere Spontaneität mögliche als bei anderen Barrieremethoden

Nachteile: Übung erforderlich; Austausch nach 6-9 Monaten; dadurch teuer

Sicherheit: Sicher